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Orientierung in bewegten Arbeitswelten

Lange Zeit war Sicherheit das stille Versprechen im Arbeitsleben: ein stabiler Job, ein klarer Karrierepfad, Verlässlichkeit auf beiden Seiten. Doch dieses Fundament bröckelt nicht nur – es löst sich auf.
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Die HRM-Experts Group ist ein Zusammenschluss von Unternehmer*innen, die oberösterreichische Firmen in Führungs- und Personalthemen begleiten. Jeden Monat stellen wir ein Mitglied dieser Expertengruppe vor.

Die Unternehmensberaterin des Monats Februar ist Frau Mag. Gabriele Mair – ihr Fokusgebiet liegt auf Sparring bei Change/Transformation, Re-Organisation, Betriebsübergaben und Karrieremanagement.

Karriere ohne Sicherheit – wie Menschen und Organisationen dennoch Halt finden

Sicherheit ist kein Zustand mehr – sondern ein Prozess

Wer heute noch auf die Statik von gestern vertraut, erlebt oft ein böses Erwachen: Die vermeintliche Stabilität wird zur Falle, wenn sich die Welt um einen herum schneller dreht als die eigene Anpassungsfähigkeit.

Die Arbeitswelt ist radikal dynamischer geworden. Rollen verändern sich im Monatsrhythmus, Lebensentwürfe werden individueller. Dennoch halten viele an einem Sicherheitsverständnis fest, das aus einer anderen Zeit stammt. Das erzeugt massive Spannungen – bei Mitarbeitenden, die innerlich längst resigniert haben, und bei Organisationen, die versuchen, mit starren Strukturen eine Realität zu bändigen, die längst im Fluss ist.

Die Frage ist also nicht mehr, ob Sicherheit wichtig ist. Sondern: Woran wir sie heute erkennen – und was sie tatsächlich bedeutet.

Wenn Sicherheit nicht mehr Bleiben heißt

Sicherheit wird heute weniger mit Verbleib verbunden als mit Handlungsfähigkeit. Nicht die Dauer einer Position gibt Halt, sondern die Gewissheit, Optionen zu haben und sich im Bedarfsfall souverän bewegen zu können.

Menschen möchten ihre Fähigkeiten wirksam einsetzen – so, dass sie auch bei veränderten Rahmenbedingungen relevant bleiben. Sicherheit entsteht durch das Vertrauen in die eigene Resilienz und Adaptivität. Doch der Wunsch nach Veränderung wird oft von Ängsten begleitet: Sorgen um das Einkommen oder Statusverlust.

Das führt zu einem Paradoxon: Viele bleiben nicht aus Überzeugung, sondern weil Unsicherheit sie lähmt. Sie funktionieren zwar, entfernen sich aber innerlich zunehmend von ihrer Arbeit. Für Organisationen entsteht so eine toxische Stabilität: Mitarbeitende besetzen zwar Stellen, haben aber aufgehört, mitzugestalten. Dieses „Sicherheits-Bleiben“ ohne inneres Commitment blockiert notwendige Innovationen und macht Unternehmen träge.

Dabei liegt die Unsicherheit oft nicht nur im Außen. Es fehlt ein klares Bild davon, was tatsächlich passt und wohin die Reise gehen soll. Ohne diese Klärung bleibt selbst ein vermeintlich sicherer Job eine hohle Form.

Organisationen brauchen Halt – und Wandlungsfähigkeit

Organisationen stehen vor der Aufgabe, Stabilität zu sichern und gleichzeitig kontinuierliche Erneuerung zu ermöglichen. Märkte und Anforderungen verändern sich schneller, als Strukturen atmen können – beschleunigt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Sicherheit zu versprechen wird schwieriger. Sicherheit zu ermöglichen wird zur Kernaufgabe.

Dies verlangt ein Umdenken: weg von der Vorstellung, Menschen dauerhaft binden zu müssen, hin zu einer Arbeitskultur, die Verlässlichkeit schafft und Entwicklung in beide Richtungen zulässt. Sicherheit entsteht heute durch ein Zusammenspiel aus Orientierung, Klarheit und psychologischer Sicherheit.

Sicherheit entsteht durch Klarheit

Psychologische Sicherheit bedeutet dabei weit mehr als nur ein nettes Miteinander. Es ist die konkrete Gewissheit, dass man für kritische Fragen, das Benennen von Fehlern oder den Wunsch nach Veränderung nicht sanktioniert wird. In einem psychologisch sicheren Umfeld ist es möglich, Zweifel offen auszusprechen, ohne den Status zu gefährden. Das ist der Boden, auf dem echte Entwicklung wächst.

Führungskräfte spielen hier die zentrale Rolle. Sie geben Orientierung durch offene Gespräche, realistische Perspektiven und den Mut, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Wahre Sicherheit entsteht nicht durch hohle Garantien, sondern durch nachvollziehbare Transparenz.

Gewissheit gibt es selten – Orientierung schon

Was bedeutet Sicherheit heute eigentlich – festhalten oder Orientierung geben? Vielleicht braucht es weniger starre Zustände und mehr ein Bild, das den Entwicklungsfluss mitdenkt. Ein Geländer gibt Halt, ohne den Schritt zu bremsen. Es schützt nicht vor jedem Risiko, schafft aber das Vertrauen, auch in unwegsamem Gelände voranzukommen.

Unternehmen und Menschen, die moderne Sicherheit leben, klammern nicht. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Bewegung möglich bleibt – auch dann, wenn sie unbequem wird. Vielleicht liegt genau darin die neue Qualität von Sicherheit: Sie hält nicht fest, sie macht den nächsten Schritt erst möglich.

Der nächste Schritt: Von der Theorie zur Praxis

Sicherheit im Wandel ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis bewusster Reflexion. Wenn Sie tiefer in dieses Thema eintauchen und die Dynamik in Ihrem Umfeld aktiv gestalten möchten, lade ich Sie zum direkten Austausch ein.

Für Führungskräfte: Möchten Sie die psychologische Sicherheit in Ihrem Team stärken? Schreiben Sie mir eine kurze Nachricht, und ich sende Ihnen drei gezielte Fragen für Ihre nächste Teambesprechung, die den Raum für echte Orientierung öffnen.

Für Individualpersonen: Fühlen Sie sich in einer „toxischen Stabilität“ gefangen oder suchen Sie nach neuer Handlungsfähigkeit? Melden Sie sich bei mir, und Sie erhalten drei Impulse für Ihre persönliche Karriereorientierung, um Klarheit über Ihren nächsten Schritt zu gewinnen.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen: Schreiben Sie mir direkt unter gabriele@business-und-du.com oder kontaktieren Sie mich persönlich +43/664/2364906. Ich freue mich auf Ihre Nachricht! www.business-und-du.com

Verfasserin: Mag. Gabriele Mair