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Fehler üben - bevor sie etwas kosten

Eine Lernwelt ist ein geschützter Raum innerhalb einer Organisation, in dem Menschen explorieren, ausprobieren und bewusst Fehler machen dürfen – ohne dass daraus reale Konsequenzen entstehen.
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Die HRM-Experts Group ist ein Zusammenschluss von Unternehmer:innen, die für oberösterreichische Firmen beratend durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte im Bereich Führungs- und Personalentwicklung tätig sind.

Jeden Monat stellen wir ein herausragendes Mitglied der HRM-Experts Group vor. Der Unternehmensberater des Monats September ist Ing. Mag. Dr. Harald Lerchner, MBA, der Sie über ein Thema informiert, das durch die fortschreitende Digitalisierung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und den Übergang zu hybriden Arbeitsmodellen zu einer existenziellen Notwendigkeit wird. Nämlich der Fähigkeit einer Organisation, kontinuierlich Wissen aufzubauen und zu teilen.

Das Konzept der Lernwelt

Die Idee folgt einem einfachen, aber selten konsequent umgesetzten Prinzip: so wie Pilot:innen im Flugsimulator und Einsatzkräfte in der Übung Krisen durchleben, bevor sie im Ernstfall darauf treffen, können auch Organisationen komplexe, riskante oder ungewisse Situationen in einem sicheren Rahmen durchspielen. Angelehnt daran, wie Kinder lernen – durch Ausprobieren, Beobachten der Folgen und Anpassen des eigenen Handelns und des Verständnisses –, überträgt die Lernwelt dieses Prinzip auf Organisationen.

Wie eine Lernwelt lernen ermöglicht

Zentral ist nicht das Erleben allein, sondern die anschließende Reflexion. Erst im strukturierten Feedback nach einer Übung oder Simulation wird aus Erfahrung Erkenntnis. Neue Beobachtungen werden entweder in bestehendes Wissen eingeordnet (Assimilation), oder sie verändern dieses Wissen grundlegend, wenn es der Erfahrung nicht mehr standhält (Akkommodation). Eine aktive Fehlerkultur ist die Voraussetzung dafür. Nur wenn Fehler offen angesprochen anstatt, wie oftmals üblich verborgen werden, kann dieser Lernmechanismus tatsächlich wirken.

Dabei wirkt eine Lernwelt auf zwei Ebenen zugleich. Auf individueller Ebene erleben Menschen wie es sich anfühlt, eine Situation falsch einzuschätzen, und lernen, konstruktiv damit umzugehen. Ein reflektierter, angstfreier Umgang mit den eigenen Fehlern stärkt die persönliche Resilienz. Auf organisationaler Ebene ermöglicht dieselbe Struktur organisationales Lernen im eigentlichen Sinn – insbesondere im Sinne des Zwei-Schleifen-Lernens. Es wird dabei nicht nur untersucht, ob eine Handlung richtig ausgeführt wurde, sondern auch, ob das zugrunde liegende Ziel oder die Annahme dahinter überhaupt noch stimmt. Damit verändert eine Lernwelt nicht nur Verhalten Einzelner, sondern potenziell auch Strategien, Prozesse und Denkmuster der gesamten Organisation.

Potenzial für Verbesserung und Innovation

Weil eine Lernwelt bewusst Raum (im weitesten Sinne) zum Explorieren ohne unmittelbaren Erfolgsdruck schafft, ist sie mehr als ein reiner Übungsraum. Sie wird zu einem Möglichkeitsraum für Verbesserung und Innovation. In der Auseinandersetzung mit einem simulierten Problem entstehen häufig Ideen, die im Tagesgeschäft keinen Platz finden – weil dort Fehler riskant und Denkzeit knapp sind. Wo Menschen ohne Angst vor Konsequenzen experimentieren dürfen, werden auch ungewöhnliche Lösungswege denkbar, die im Regelbetrieb nie zur Sprache kämen. Die bewusste Hinterfragung von Zielen und Annahmen, wie sie das Zwei-Schleifen-Lernen vorsieht, ist dabei selbst schon ein Innovationsmechanismus, der den Blick für Alternativen öffnet.

Der Nutzen im Überblick

Der Nutzen einer Lernwelt liegt auf mehreren Ebenen zugleich. Individuen gewinnen einen bewussteren, resilienteren Umgang mit eigenen Fehlern und mehr Selbstvertrauen im Umgang mit Unsicherheit. Die Organisation gewinnt stabilere Prozesse, weil Schwachstellen sichtbar werden, bevor sie real auftreten, höhere Agilität, weil Ziele und Annahmen regelmäßig hinterfragt statt nur vorausgesetzt werden, und mehr Innovationskraft, weil ein geschützter Raum zum Ausprobieren neuer Ideen entsteht, den der Alltag sonst nicht bietet. Eine Lernwelt ist damit weder ein reines Trainingsformat noch ein reines Innovationslabor, sondern beides zugleich. Es ist ein Ort, an dem individuelles und organisationales Lernen ineinandergreifen.

Wo in Ihrer Organisation gibt es schon einen Ort, an dem Fehler machen nichts kostet?

Tauschen Sie sich zur Entwicklung der Metakompetenz der Zukunft, dem Kontinuierlichen Lernen, mit Harald Lerchner | Unternehmensberater x anders aus.

Schnell und einfach finden Sie hier weitere HRM Experts, die Sie gerne unterstützen. 

Ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen

Harald Lerchner